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Alte Kölner Universität

Die Kölner Universität ist eine der ältesten Universitäten Europas und wurde auf Initiative der Bürgerschaft gegründet. Im Jahr 1388 bestätigte Papst Urban VI. die Gründung durch eine Urkunde. Der Lehrbetrieb begann am Dreikönigstag 1389. Nach knapp 400 Jahren endete die Kölner Universitätsgeschichte zwischenzeitlich, als die Franzosen Köln im Jahr 1794 besetzten und knapp 20 Jahre lang am Rhein herrschten. 1798 wurde die alte Kölner Universität durch die Franzosen geschlossen. Erst im 20. Jahrhundert, genauer im Jahr 1919, erfolgte die Neugründung der Kölner Universität durch die Stadt. Daher spricht man in Köln von der alten und von der neuen Universität.

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Artistenfakultät

Die Struktur der alten Kölner Universität unterschied sich wesentlich von der der heutigen Institution. Es gab vier Fakultäten: Die Artistenfakultät (oder Artesfakultät) fungierte als Grundstudium und war die Voraussetzung für das Studium an einer der höheren Fakultäten, der theologischen, der jesuitischen oder der medizinischen Fakultät. Grundlage der Artistenfakultät waren die septem artes liberales (dt. Sieben freie Künste): Grammatik, Rhetorik und Dialektik (Logik), Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie. Die drei Kölner Gymnasien Tricoronatum, Montanum und Laurentianum bildeten gemeinsam die Artistenfakultät.

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Collegium Romanum

Beim Collegium Romanum handelt es sich um das erste Kolleg und die erste Schule der Jesuiten in Rom. Der Ordensgründer Ignatius von Loyola richtete die Schule 1551 ein. Dort befanden sich auch die ersten Sammlungen der Jesuiten, die zum Vorbild für alle europäischen Kollegien wurden. Aus dem römischen Jesuitenkolleg hat sich die Päpstliche Universität Gregoriana entwickelt.

 

Französische Zeit

Die sogenannte Franzosenzeit beschreibt die Phase der französischen Herrschaft über Köln zwischen 1794 und 1814. Drei Jahre nach der Französischen Revolution 1789 begannen die französischen Truppen, linksrheinische Gebiete zu erobern. Am 6. Oktober 1794 zogen die Franzosen schließlich in Köln ein. Der Rhein wurde als 'natürliche Ostgrenze' Frankreichs ausgerufen.

Die französische Zeit Kölns war durch große Umbrüche und Veränderungen bestimmt. Diese betrafen unter anderem das Bildungswesen, die städtische Verwaltung, die Gesetzgebung, das Gesundheitswesen und die Kirchenpolitik.

Bis in die heutige Zeit gibt es noch einige Lehnwörter im Kölner Raum, die auf die französische Zeit zurückgehen, zum Beispiel Paraplü für Regenschirm oder Plümo für Bettdecke.

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Gymnasium Tricoronatum

Das Gymnasium Tricoronatum war eines von drei Kölner Gymnasien, welche zusammen die Artistenfakultät der alten Universität bildeten. Das Gymnasium hatte sich aus einer mittelalterlichen Burse, einer Gemeinschaft für die Vorbereitung auf ein Studium an der Universität, entwickelt. Nach geschickten Verhandlungen mit dem Kölner Rat leiteten die Kölner Jesuiten ab 1556 das Gymnasium Tricoronatum, formal und rechtlich war es jedoch weiterhin eine städtische Schule. Der Kölner Jesuit Johannes Rethius (1531–1574) wurde der erste Leiter. Das Gymnasium Tricoronatum befand sich in der Marzellenstraße gegenüber vom Jesuitenkolleg und der Kollegkirche St. Mariä Himmelfahrt. Das heutige Dreikönigsgymnasium im Kölner Stadtteil Bilderstöckchen gründet auf der Geschichte des Gymnasium Tricoronatum.

 

IHS

Das Monogramm IHS schmückt viele Objekte, Bauwerke und Bücher des Jesuitenordens und spielt eine zentrale Rolle. Die Buchstaben IHS verweisen auf die ersten drei Buchstaben des griechischen Namen Jesu (ΙΗΣΟΥΣ). IHS als Buchstaben-Bild-Motiv wurde ab Mitte des 16. Jahrhunderts zu einem weltweiten Erkennungszeichen. Die Jesuiten lösten die Abkürzung als Iesum habemus socium (dt. Wir haben Jesus als Gefährten) auf.

 

Jesuitenkolleg Köln

Kurz nachdem der Jesuitenorden 1540 unter anderem von Ignatius von Loyola (1491–1556) in Rom gegründet worden war, entstand im Jahr 1544 in Köln ein Jesuitenkolleg – das erste nördlich der Alpen. Die Kölner Ordensniederlassung entstand in der Marzellenstraße im Norden des Domes. Hier wurden vor allem im 17. Jahrhundert die Kollegbauten, die Kollegkirche St. Mariä Himmelfahrt und das Jesuitengymnasium Tricoronatum erbaut. Nach Aufhebung des Ordens 1773 waren die ehemaligen Jesuiten weiter als Lehrer am Gymnasium Tricoronatum tätig.

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Jesuitenorden

Der Jesuitenorden wurde 1537 von dem Basken Ignatius von Loyola (1491–1556) gegründet. Als Student in Paris versammelte er Freunde und Gleichgesinnte wie Franz Xaver (1506–1552) und Peter Faber (1506–1546) um sich. Gemeinsam verbanden sie sich zur Gesellschaft Jesu, lat. Societas Jesu, worauf das Ordenskürzel SJ zurückgeht. Die Bezeichnung „Jesuit“ geht auf Jesus Christus zurück. Die Jesuiten verstehen sich bis heute als Gefährten Jesu. Papst Paul III. bestätigte die Gründung der Jesuiten 1540 in Rom. Rom wurde in der Folge zum Zentrum des Ordens, der sich schnell in ganz Europa ausbreitete. 1544 entstand das erste Jesuitenkolleg nördlich der Alpen in Köln.

1773 wurde der Jesuitenorden zwischenzeitlich von Papst Clemens XIV. aufgelöst, weil er im Auge vieler in Gesellschaft und Politik zu mächtig geworden war. Im 19. Jahrhundert wurde der Orden wieder zugelassen und existiert bis heute.

 

Katholische Reform

Katholische Reform meint Reformbestrebungen der römisch-katholischen Kirche ab dem 16. Jahrhundert. Diese waren zwar eine Antwort auf die Lehren und Forderungen der Reformation, entstanden jedoch auch unabhängig davon. Die Reformation (lat. Erneuerung) war eine Bewegung im frühen 16. Jahrhundert, im Zuge derer Missstände in der römisch-katholischen Kirche aufgezeigt und kritisiert wurden. Die Reformation führte in Europa zur Spaltung der Kirche und blutigen Auseinandersetzungen bis ins 17. Jahrhundert. Die Konfession des Protestantismus entstand neben dem Katholizismus. Der Jesuitenorden gilt gemeinhin als sog. gegenreformatorischer Orden, deren Missions- und Bildungstätigkeiten zur Rekatholisierung beitragen sollten.

 

Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds

Der Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds fördert die schulische und universitäre Bildung junger Menschen. Er entstand im Jahr 1800 unter napoleonischer Regierung in Köln. In der französischen Zeit (Stichwort: Französische Zeit) wurden die Gymnasien und die Universität aufgelöst. Die Verwaltung des Schul- und Stiftungsvermögens übernahm der daraufhin gegründete Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds. Zum Erbe gehören auch die historischen Kulturgüter der ehemaligen Kölner Jesuiten wie das Physikalische Kabinett, die graphische Sammlung sowie die Bücher der Gymnasialbibliothek und eine Sammlung von Stifter- und Rektorengemälden.

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Französischer Kunstraub ab 1794

Das Rauben von Kunstwerken ist schon seit der Antike eine Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen. Während der Koalitionskriege, die sich in Folge der Französischen Revolution in Europa zugetragen haben, wurden in deutschen Gebieten systematisch Kunstgegenstände von den Franzosen konfisziert. Die Franzosen begründeten die Beutezüge damit, dass sie die Kunst in Paris vereinen und für die Öffentlichkeit zugänglich machen wollten. Im Visier waren daher die Sammlungen von Fürsten und dem Klerus. Auch die Sammlungen Kölns und der Jesuiten blieben von der französischen Konfiskationspolitik nicht verschont. Nur ein kleiner Teil der Werke, die nach Frankreich abtransportiert wurden, wurde später wieder zurückgegeben. Viele Kunstwerke befinden sich noch heute in Frankreich.

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Musaeum

Bei einem Musaeum handelt es sich um ein frühneuzeitliches Studier- und Sammlungszimmer, in dem Lehr- und Lernmaterialien, Schriften, Bücher und Objekte verschiedener Sammlungsbereiche untergebracht waren. Im Kölner Jesuitenkolleg befanden sich verschiedene als Musaeum bezeichnete Räumlichkeiten. Vorbild dafür war das Collegium Romanum, das Jesuitenkolleg in Rom.

 

Musaeum antiquitatum et rerum curiosarum

Als Musaeum antiquitatum et rerum curiosarum wurde ein Studier- und Sammlungszimmer bezeichnet, in dem die Jesuiten Lehrmaterialien und Sammlungsobjekte ordneten und aufbewahrten. Dazu gehörten vor allem die Sammlungen von Graphiken und Zeichnungen, die Naturaliensammlung, Antiken und Münzen. Auch der Name Natural Zimmer ist in den Quellen überliefert.

 

Musaeum mathematicum

Mit Musaeum mathematicum bezeichneten die Jesuiten diejenigen speziellen Räume und Sammlungszimmer, in denen sich ab 1702 die mathematischen und physikalischen Instrumente, Apparaturen und Fachbücher befunden haben. Das Physikalische Kabinett ist eine zeitenübergreifende Bezeichnung zum einen für diese Sammlungsräume und zum anderen für die ganze Sammlung der naturwissenschaftlichen Objekte.

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Preußische Regierungszeit

Die französische Zeit Kölns (Stichwort: Französische Zeit) endete 1814 mit dem Einzug der preußischen Truppen in die Stadt. Nach der Niederlage von Napoleons Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig begann auf dem Wiener Kongress (1814 – 1815) die Neuordnung Europas: das Rheinland – und damit auch Köln – wurde dem Königreich Preußen zugeteilt. In preußischer Regierungszeit wurde auch der Kölner Dom weitergebaut und 1880 fertiggestellt. Mit der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg 1918 endete das Kaiserreich und damit auch das Königreich Preußen.

 

Regent

Als Regent bezeichnete man den Leiter des Gymnasium Tricoronatum und auch der anderen beiden Kölner Gymnasien Montanum und Laurentianum. Der Begriff Regent kommt vom lateinischen Wort regere (dt. leiten, herrschen). Er stammt aus dem Mittelalter und wurde in der Frühen Neuzeit beibehalten. Der erste Regent des Gymnasium Tricoronatum war Johannes Rethius (1531–1574).

 

Zentralschule

Nachdem die alte Kölner Universität und die dazugehörigen Gymnasien im April 1798 von der französischen Besatzung geschlossen worden waren, folgte kurz darauf die Einrichtung einer Zentralschule nach französischem Vorbild. Die École centrale befand sich bis 1804 im ehemaligen Jesuitenkolleg in der Marzellenstraße. Danach entstand dort unter napoleonischer Herrschaft eine Sekundärschule zweiten Grades.

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